Baupreisindex 2026: Aktuelle Werte, Tabelle und Prognose

Baupreisindex Deutschland
In Kürze: Der Baupreisindex für den Neubau von Wohngebäuden lag im 1. Quartal 2026 (Berichtsmonat Februar) um 3,3 % über dem Vorjahr. Damit setzt sich die Beruhigung nach den Rekordjahren 2022/2023 fort. Gegenüber dem Basisjahr 2021 (= 100) sind die Baupreise rund ein Drittel höher. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), April 2026. Stand: April 2026 (Berichtsmonat Februar 2026). Alle Werte stammen vom Statistischen Bundesamt (Destatis), sofern nicht anders angegeben.

Wie hoch ist der Baupreisindex 2026 aktuell?

Der Baupreisindex für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude ist im Februar 2026 gegenüber Februar 2025 um 3,3 % gestiegen. Gegenüber dem Vorquartal (November 2025) betrug das Plus 1,5 %. Bezogen auf das Basisjahr 2021 (= 100 Punkte) liegt der Index damit bei rund 137 Punkten. Im ersten Quartal 2025 hatte Destatis offiziell 132,6 Punkte ausgewiesen; die rund 137 Punkte sind die Fortschreibung um die seither gemeldeten 3,3 %. Wichtig: Alle Angaben beziehen sich auf Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Mehrwertsteuer. Der Index misst die reine Preisveränderung – unabhängig von Qualität oder Bauvolumen.

Wie haben sich die Baupreise im 1. Quartal 2026 nach Bauwerksart entwickelt?

Im 1. Quartal 2026 sind alle Bauwerksarten teurer geworden, am stärksten die Instandhaltung von Wohngebäuden. Die folgende Tabelle zeigt die Veränderung gegenüber dem Vorjahr (Februar 2025 bis Februar 2026).
BauwerksartVeränderung ggü. Vorjahr
Neubau Wohngebäude+3,3 %
Neubau Bürogebäude+3,6 %
Gewerbliche Betriebsgebäude+3,4 %
Instandhaltung Wohngebäude (ohne Schönheitsreparaturen)+4,1 %
Straßenbau+3,7 %
Merke: Die Instandhaltung verteuert sich seit Quartalen stärker als der reine Neubau. Wer eine Bestandsimmobilie saniert, kalkuliert daher mit höheren Aufschlägen als ein Neubauer. Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 126 vom 10. April 2026.

Welche Gewerke wurden am stärksten teurer?

Innerhalb des Wohnungsneubaus trieben 2026 vor allem die Ausbauarbeiten den Index. Sie stiegen um 3,8 %, die Rohbauarbeiten nur um 2,7 %. Den größten Schub gab es bei Technik-Gewerken.
Bauleistungsart (Wohngebäude-Neubau)Veränderung ggü. Vorjahr
Rohbauarbeiten gesamt+2,7 %
Betonarbeiten+1,6 %
Mauerarbeiten+2,0 %
Erdarbeiten+3,5 %
Dachdeckungsarbeiten+4,0 %
Zimmer- und Holzbauarbeiten+5,5 %
Ausbauarbeiten gesamt+3,8 %
Metallbauarbeiten+3,0 %
Wärmedämm-Verbundsysteme+3,3 %
Heiz- und Wassererwärmungsanlagen (inkl. Wärmepumpen)+4,2 %
Elektro-, Sicherheits- und Informationstechnik+5,4 %
Der stärkste Einzeltreiber ist die Elektro-, Sicherheits- und Informationstechnik mit +5,4 %, gefolgt von Zimmer- und Holzbauarbeiten mit +5,5 %. Heizanlagen inklusive Wärmepumpen verteuerten sich um 4,2 % – sie haben unter den Ausbauarbeiten den größten Gewichtungsanteil. Quelle: Destatis, April 2026.

Wie hat sich der Baupreisindex seit 2020 entwickelt?

Seit 2020 ist der Baupreisindex für Wohngebäude um rund die Hälfte gestiegen, der Großteil davon in den Jahren 2022 und 2023. Seit 2024 hat sich die Dynamik deutlich abgeflacht. Liniendiagramm: Der Baupreisindex für den Neubau von Wohngebäuden steigt von rund 92 Punkten 2020 auf etwa 137 Punkte im 1. Quartal 2026, Basis 2021 gleich 100. Neubau Wohngebäude

Baupreisindex Neubau Wohngebäude in Punkten, Basis 2021 = 100, einschließlich Umsatzsteuer. Jahresdurchschnitte; 2025 und Q1 2026 auf Basis verfügbarer Quartalswerte. Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Preisindizes für die Bauwirtschaft, 2026.

Zum Einordnen: Von 2021 bis 2024 stiegen die Baupreise um rund 29,8 %, während die Verbraucherpreise im selben Zeitraum nur um 15,7 % zulegten. Die Baukosten sind also fast doppelt so schnell gestiegen wie die allgemeine Inflation. Mehr dazu in unserer Analyse zur Entwicklung der Immobilienpreise.

Was ist der Baupreisindex – und was bedeutet das Basisjahr 2021 = 100?

Der Baupreisindex ist eine Kennzahl des Statistischen Bundesamtes, die die reine Preisveränderung von Bauleistungen über die Zeit misst. Anders als ein einfacher Preisvergleich blendet er Mengen- und Qualitätsänderungen aus – verglichen wird also nur, ob dieselbe Bauleistung teurer oder günstiger wurde. Das Basisjahr ist der Referenzpunkt und wird auf 100 Punkte gesetzt. Aktuell gilt das Basisjahr 2021. Ein Indexwert von 137 bedeutet damit: Dieselbe Bauleistung kostet heute 37 % mehr als im Jahr 2021. Destatis stellt das Basisjahr etwa alle fünf Jahre um, zuletzt im Berichtsmonat Mai 2024 von 2015 auf 2021. Die nächste Umstellung steht für das Basisjahr 2026 an. Erhoben werden die Preise vierteljährlich zum 1. Februar, Mai, August und November bei mehreren Tausend Bauunternehmen.

Wie berechnen Sie mit dem Baupreisindex Ihre Baukosten?

Mit dem Baupreisindex rechnen Sie Baukosten von einem Jahr auf ein anderes um. Die Formel lautet: Kosten neu = Kosten alt × (Index neu ÷ Index alt). Beispielrechnung: Ein Wohnhaus kostete 2021 (Index 100) im Bau 300.000 €. Bei einem aktuellen Index von 137 ergibt sich: 300.000 € × (137 ÷ 100) = 411.000 €. Derselbe Bau wäre heute also rund 111.000 € teurer – ohne dass sich an Größe oder Ausstattung etwas geändert hätte. Diese Umrechnung ist die Grundlage für Kostenfortschreibung, Versicherungssummen und Immobilienbewertung. Wer die Folgekosten einer Vermietung kalkuliert, kann anschließend mit unserem Mietrendite-Rechner prüfen, ob sich das Investment trägt. Eine Schritt-für-Schritt-Hilfe zur Gesamtkalkulation finden Sie unter Baukosten richtig kalkulieren.

Was ist der Unterschied zwischen Baupreisindex und Baukostenindex?

Der Baupreisindex misst, was Bauherren am Markt für fertige Bauleistungen zahlen – also den Preis inklusive Gewinnmarge der Baufirma. Der Baukostenindex misst dagegen die Kostenseite der Bauunternehmen: Material, Löhne und Energie. Der praktische Unterschied: Steigende Materialkosten zeigen sich sofort im Baukostenindex, schlagen aber erst verzögert auf den Baupreisindex durch – nämlich dann, wenn Baufirmen sie an die Auftraggeber weitergeben. In schwachen Marktphasen können Unternehmen Kostensteigerungen nicht vollständig überwälzen, dann läuft der Baupreisindex langsamer als der Baukostenindex.

Wie entwickeln sich die Baupreise 2026 und 2027?

Für 2026 und 2027 erwarten die Forschungsinstitute moderate Anstiege im Bereich von 2,7 % bis 3,6 % pro Jahr – also eine Fortsetzung der ruhigeren Phase, kein neuer Preisschub.
QuellePrognose 2026Prognose 2027
BBSR / Kiel Economics (Stand Januar 2026)+2,7 %+2,8 %
Forschungsinstitute lt. Bauindustrie (Stand Februar 2026)+3,3 %+3,6 %
Treiber bleiben die Löhne und die teure Gebäudetechnik. Bremsend wirkt die schwache Nachfrage: Das ifo-Geschäftsklima im Wohnungsbau lag Ende 2025 bei minus 20,6 Punkten, und mehr Unternehmen meldeten Auftragsmangel. Solange die Nachfrage verhalten bleibt, können Baufirmen Preise nur begrenzt durchsetzen. Faustregel: Für die mittelfristige Kalkulation ist ein jährliches Plus von rund 3 % derzeit die realistischste Annahme. Quellen: BBSR (Kiel Economics nach ifo Institut); Hauptverband der Deutschen Bauindustrie; ifo Institut, 2026.

Was treibt den Baupreisindex 2026?

Den Index treiben 2026 vor allem die Arbeitskosten und die Preise für technische Anlagen. Materialpreise wie Beton oder Mauerwerk sind dagegen nur noch leicht gestiegen.
  • Löhne: Tariferhöhungen im Baugewerbe wirken direkt auf die Preise, weil Personal den größten Kostenblock bildet.
  • Gebäudetechnik: Wärmepumpen, Heizungs- und Elektrotechnik verteuern sich überdurchschnittlich (+4 bis +5 %).
  • Energiekosten: Sie beeinflussen die Herstellung von Baustoffen und damit die Materialpreise.
  • Nachfrage: Schwache Auftragslage im Wohnungsbau dämpft die Preisdurchsetzung.

Wofür brauchen Sie den Baupreisindex?

Der Baupreisindex ist in drei Bereichen das zentrale Werkzeug: Kalkulation, Immobilienbewertung und Versicherung. In der Kalkulation dient er der Fortschreibung von Baukosten und der Prüfung, ob ein Angebot marktgerecht ist. In der Immobilienbewertung rechnet er historische Herstellungskosten auf den heutigen Stand um. In der Wohngebäudeversicherung fließt er – zusammen mit dem „Wert 1914″ – in die Berechnung der Versicherungssumme ein, damit der Neubauwert korrekt versichert ist. Für Kapitalanleger ist der Index außerdem ein Frühindikator: Steigende Baukosten verteuern Neubauten und stützen langfristig die Preise im Bestand. Wie Sie das einordnen, lesen Sie unter Immobilien als Investment sowie im aktuellen Überblick der Baupreise pro Quadratmeter.

Fazit: Baupreisindex 2026 im Überblick

Der Baupreisindex 2026 zeigt eine stabile, aber anhaltende Verteuerung von rund 3,3 % gegenüber dem Vorjahr. Die extremen Sprünge von 2022/2023 sind vorbei, doch das hohe Niveau bleibt: Bauen ist seit 2021 etwa ein Drittel teurer geworden. Treiber sind Löhne und Gebäudetechnik, nicht mehr die Rohbaumaterialien. Für Ihre Planung heißt das: Rechnen Sie mit rund 3 % jährlichem Aufschlag und prüfen Sie jedes Angebot gegen die offiziellen Destatis-Werte. Die amtlichen Tabellen finden Sie über die GENESIS-Online-Datenbank (Tabellen 61261-0001 bis 61261-0012). Ob sich ein konkretes Objekt rechnet, klären Sie am schnellsten mit dem Mietrendite-Rechner.


FAQ

Wie hoch ist der Baupreisindex 2026?

Im 1. Quartal 2026 lagen die Preise für den Neubau von Wohngebäuden um 3,3 % über dem Vorjahr. Gegenüber dem Basisjahr 2021 (= 100 Punkte) entspricht das einem Indexstand von rund 137 Punkten. Quelle ist das Statistische Bundesamt (Destatis), Stand April 2026.

Welche Bauleistungen wurden 2026 am stärksten teurer?

Den größten Preisschub gab es bei der Gebäudetechnik. Elektro-, Sicherheits- und Informationstechnik stieg um 5,4 %, Zimmer- und Holzbauarbeiten um 5,5 % und Heizanlagen inklusive Wärmepumpen um 4,2 %. Reine Rohbaugewerke wie Betonarbeiten legten dagegen nur um 1,6 % zu.

Wie berechne ich mit dem Baupreisindex meine Baukosten?

Sie multiplizieren die alten Kosten mit dem Verhältnis aus neuem und altem Indexwert: Kosten neu = Kosten alt × (Index neu ÷ Index alt). Bei einem Bau von 300.000 € im Jahr 2021 (Index 100) und einem aktuellen Index von 137 ergeben sich rund 411.000 €. Das entspricht einer Verteuerung von 37 %.

Was bedeutet das Basisjahr 2021 = 100?

Das Basisjahr ist der Referenzpunkt des Index und wird auf 100 Punkte gesetzt. Ein Wert von 137 bedeutet, dass dieselbe Bauleistung 37 % mehr kostet als 2021. Destatis stellt das Basisjahr etwa alle fünf Jahre um; die nächste Umstellung erfolgt auf das Basisjahr 2026.

Was ist der Unterschied zwischen Baupreisindex und Baukostenindex?

Der Baupreisindex misst die Marktpreise, die Bauherren für fertige Bauleistungen zahlen. Der Baukostenindex misst dagegen die Kostenseite der Unternehmen wie Material, Löhne und Energie. Steigende Materialkosten zeigen sich zuerst im Baukostenindex und erst verzögert im Baupreisindex.

Wie entwickeln sich die Baupreise 2026 und 2027?

Die Forschungsinstitute erwarten moderate Anstiege. Das BBSR rechnet mit +2,7 % für 2026 und +2,8 % für 2027, die Forschungsinstitute laut Bauindustrie mit +3,3 % beziehungsweise +3,6 %. Ein neuer Preisschub wie 2022 gilt angesichts der schwachen Nachfrage als unwahrscheinlich.

Wo finde ich die offiziellen Baupreisindex-Tabellen?

Die amtlichen Werte veröffentlicht das Statistische Bundesamt (Destatis) vierteljährlich. Sie sind über die GENESIS-Online-Datenbank in den Tabellen 61261-0001 bis 61261-0012 abrufbar. Zusätzlich erscheinen die Kernzahlen jeweils als Pressemitteilung rund sechs Wochen nach dem Berichtsquartal.